Geslau ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Ansbach und zählt zur Metropolregion Nürnberg.

Geographie Geographische Lage Geslau liegt im Naturpark Frankenhöhe etwa 10 km östlich von Rothenburg ob der Tauber. Durch die Gemeinde fließt der Kreuthbach.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind: (Aufzählung im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend) Windelsbach Colmberg Leutershausen Buch am Wald Gebsattel Neusitz

Gemeindegliederung Es gibt 14 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Die Einöde Neumühle zählt zum Gemeindeteil Gunzendorf.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Dornhausen, Geslau, Gunzendorf, Schwabsroth und Stettberg. Die Gemarkung Geslau hat eine Fläche von 5,557 km². Sie ist in 773 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7188,56 m² haben.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort wurde 1216 als „Gesselere“ erstmals namentlich erwähnt. Erst 1528/29 wurde die heutige Form „Geslau“ bezeugt. Der Ortsname bedeutet: der in der Gasse wohnt.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 82 f. Er kann sich aber auch auf einen Personennamen wie "Geso" und die Siedlungsbezeichnung -lar, -lohr beziehen.

Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg von 1608 wurden für Geslau 26 Mannschaften verzeichnet: 23 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg, 2 Anwesen Wolff Balthasar von Seckendorff und 1 Anwesen dem hohenlohe-schillingsfürstischen Amt Schillingsfürst. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 8r. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 703 f.

Geslau wurde nach 1650 zur neuen Heimat von rund 70 österreichischen Exulanten, die ihre Heimat als Glaubensflüchtlinge hatten verlassen müssen und hier zum Wiederaufbau nach den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges beitrugen.E. Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Leutershausen, S. 50 f.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg von 1681 wurden für Geslau 31 Mannschaften verzeichnet: 28 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg und 1 Anwesen dem Amt Schillingsfürst. Die 2 Seckendorffischen Anwesen unterstanden nun dem Juliusspital Würzburg.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 20. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 707 f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Geslau aus 40 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Vogtamt Colmberg aus. Grundherren waren das Kastenamt Colmberg (36 Anwesen: 5 Halbhöfe, 9 Köblergüter, 1 Köblergut mit Backgerechtigkeit, 1 Köblergut mit Mühle, 1 Köblergut mit Schmiede, 9 Söldengütlein, 1 Söldengütlein mit Backrecht, 2 Tafernwirtschaften, 1 Haus, 1 Leerhaus; die Abgaben folgender Güter gingen an die Pfarrpfründe Colmberg: 1 Köblergut, 1 Köblergut mit Backrecht, 2 Söldengütlein, 1 Bad-Söldengütlein), das Amt Schillingsfürst (1 Hof) und das Verwalteramt Burgbernheim des Juliusspitals Würzburg (1 Hof, 2 Halbhöfe). Neben den Anwesen gab es noch herrschaftliche Gebäude (Zehntscheune der Rieterischen Stiftungsverwaltung Kornburg), kirchliche Gebäude (Pfarrkirche, Widdumgut) und kommunale Gebäude (Schulhaus, Kuhhirtenhaus, Ochsenhirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 859. (= J. K. Bundschuh, Bd. 2, Sp. 315). Hiernach gab es nur 32 Untertansfamilien, von denen 29 ansbachisch waren.

Im Jahre 1792 wurde das Fürstentum Ansbach, zu dem auch Geslau gehörte, von Preußen erworben. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.

Als Teil des Fürstentums fiel Geslau im Vertrag von Paris (Februar 1806) durch Tausch an Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Geslau gebildet, zu dem Gunzendorf, Aidenau, Dornhausen, Kreuth, Neumühle und Steinach am Wald gehörten. Die Ruralgemeinde Geslau entstand 1810Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden drei Ruralgemeinden gebildet: Dornhausen mit Kreuth; Geslau; Gunzendorf mit Aidenau, Neumühle und Steinach am Wald. Von 1862 bis 1879 gehörte Geslau zum Bezirksamt Ansbach, ab 1880 zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Leutershausen, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber zuständig, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Ansbach ist. Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber übernommen (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt, seit 1973 Zweigstelle des Finanzamts Ansbach).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 990. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,587 km².

In den Jahren 1958–1972 wurde eine Flurbereinigung durchgeführt. Am 1. Juli 1972 wurde Geslau im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Landkreis Ansbach eingegliedert.

Eingemeindungen Anlässlich der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Dornhausen, Gunzendorf, Schwabsroth und Stettberg eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam der Gemeindeteil Hürbel der aufgelösten Gemeinde Bieg dazu.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1290 auf 1319 um 29 Einwohner bzw. um 2,3 %.

Gemeinde Geslau Jahr 1987 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 20162020Einwohner 1282 1411 1413 1394 1360 1351 1364 1358 1344 1362 1322 13231339HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 362 426 427 428 431 431 435454Quelle

Ort Geslau (= Gemeinde Geslau bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987Einwohner 273 276 317 315 306 292 309 303 303 307 303 299 287 296 335 321 309 290 278 395 393 361 336 356 470Häuser 50 47 49 60 60 58 57 66 69 128Quelle

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Rothenburg ob der Tauber. Gemeinderat Der Gemeinderat setzt sich aus 12 Mitgliedern zusammen. Aus den Ergebnissen der letzten Kommunalwahlen ergaben sich folgende Sitzverteilungen: Partei/WählergruppeSitze20202014WG Geslau und Umgebung/Waldgemeinde Geslau1212Wahlbeteiligung (in %)69,777,0

Bürgermeister Richard Strauß ist Bürgermeister von Geslau. Er wurde am 15. März 2020 mit 92,4 % der Stimmen wiedergewählt.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß-rot.

Bau- und Bodendenkmäler

Verkehr 8 km westlich des Hauptortes befindet sich der Autobahnanschluss Rothenburg an die Bundesautobahn 7 (AS 108). Von West nach Ost verläuft die Staatsstraße 2250 durch das Gemeindegebiet und nördlich an Geslau vorbei. Sie ist hier Teil der Burgenstraße. Die Kreisstraße AN 7 führt die St 2250 kreuzend nach Windelsbach (3,6 km nördlich) bzw. nach Schwabsroth (1 km südwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Lauterbach (2,3 km südöstlich) und nach Kreuth (1,6 km südöstlich).

Die Gemeinde wird von fünf Buslinien erschlossen, die die Orte mit der Kreisstadt Ansbach, nahegelegenen Bahnhöfen und den Nachbargemeinden verbinden.

Persönlichkeiten Johann Gundel (1844–1915), Vater des berühmten ungarischen Kochs Károly Gundel Rudolf Schwemmbauer (1943–2022), Landrat des Landkreises Ansbach von 2002 bis 2012, Bürgermeister von 1978 bis 2002, Ehrenbürger seit 2013

Literatur

Weblinks

Gemeinde Geslau

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1216 Kategorie:Gemeindegründung 1810 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach